Februar 3, 2008

Kennenlernen im “Flirtexpress” Oder vom Bummelzug zum Bumszug?

Die Bahn beschreitet neue Wege und bietet am 14. Februar “Flirtexpresse” an. Die Netzzeitung berichtet heute:

Die Deutsche Bahn will sich einen neuen Geschäftszweig erschließen: das Dating-Business. Am Valentinstag bietet sie «Flirtexpresse» und «After-Date-Partys» an. Bei der organisierten Suche nach der großen Liebe können Singles jetzt auch an ungewöhnlichen Orten ihr Glück finden: in Nahverkehrszügen der Deutschen Bahn. Am Valentinstag, dem 14. Februar, schickt die Bahn bundesweit in 15 Städten so genannte Flirtexpresse auf die Reise.

Jeweils zwei Singles sitzen sich in den Sonderzügen gegenüber und wechseln im Fünf-Minuten-Takt Platz und Gesprächspartner, wie die Bahn am Montag in Hamburg mitteilte. Wenn es während der Bahnfahrt funkt, kann im Anschluss auf «After-Date-Partys» weitergefeiert werden.

Bei gegenseitiger Sympathie bekommen beide Teilnehmer wenige Tage später die Kontaktdaten per E-Mail von der Bahn zugesendet. Die Flirt-Waggons sind nach Altersgruppen sortiert. Die kostenlosen Flirt-Fahrten beginnen zunächst in 15 Städten: Bayreuth, Berlin, Dresden, Erfurt, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Heidelberg, Kiel, Köln, Leipzig, Mainz, Mühldorf (Oberbayern), München und Ulm. Teilnehmer können sich bis zum 10. Februar unter bahn.de/flirt-express anmelden. (AP)

Ich bin gespannt, ob die Marketingidee aufgeht. Der Nachteil an einer solchen Zugreise ist doch, dass man, wenn “nix attraktives” dabei ist, sich nicht einfach verkrümeln kann.

Februar 3, 2008

Sind Singles frustriert und sexbesessen?

Eine Umfrage der Single-Agentur Parship (Durchführung: Marktforschungsinstitut Innofact) untersucht, wie es tatsächlich um die Singles steht und kommt zu dem Ergebnis: Die gängigen Klischees gegenüber Singles sind längst überholt.

Vorurteil 1: Nur für sich verantwortlich
Singles denken nur an sich - und höchstens noch an das Alpenveilchen im Bürofenster? Pustekuchen! Jeder dritte Single zwischen 31 bis 40 hat Kinder. Bis zum Alter von 50 steigt der Anteil gar auf 62 Prozent. Für die Partnersuche erweist sich Nachwuchs als gewisses Handicap: Bei den kinderlosen Befragten gab jeder zweite an, ein Partner “mit Anhang” komme für ihn weniger in Frage. 13 Prozent schließen eine solche Beziehung sogar komplett aus.

Vorurteil 2: Singles sind frustriert
Wer hätte das gedacht: Singles sind insgesamt sogar optimistischer als in Partnerschaft Lebende. 53 Prozent der befragten 18- bis 60-Jährigen sehen ihre Zukunft insgesamt positiv, gegenüber 45 Prozent der Liierten. 40 Prozent von über tausend Befragten bezeichnen sich als “überzeugte Singles”. “Überzeugt” heißt allerdings nur, dass der Single-Status als freiwillig gewählt angesehen wird. Viele aus dieser Gruppe wünschen sich dennoch einen Partner. Lediglich 14 Prozent der Befragten sind mit ihrem Single-Dasein wirklich rundum zufrieden. Weitere 60 Prozent glauben zwar, dass es das perfekte Solo-Glück geben kann, empfinden aber selbst nicht so. Kommt dieses Bild etwa vor allem aus dem Fernseher?

Vorurteil 3: Sex spielt die Hauptrolle
Singles sehnen sich vor allem nach Zweisamkeit und dem Austausch mit einem Partner. Single-Männer empfinden Einsamkeit als besonders störend, während Zärtlichkeit und Körperkontakt stärker von Frauen vermisst werden. Erstaunlich: Nur wenigen der befragten Singles fehlt der Sex. Es streben auch nur wenige (8 Prozent) bevorzugt nach unverbindlichen Liebesabenteuern. Dagegen sehnen sich 37 Prozent nach einer langfristigen Beziehung. Weitere 22 Prozent sind diesbezüglich nicht festgelegt - und der Rest sucht zur Zeit gar nicht. Und was machen Singles in ihrer Freizeit? Da gibt’s keine großen Unterschiede zu den Liierten, mal abgesehen davon, dass Singles mehr Zeit alleine verbringen. Außerdem investieren sie etwas mehr Zeit in Kultur, Sport und ins Musizieren, und sie sind nicht so gern mit Pärchen zusammen.

Februar 2, 2008

Subtile Negativberichterstattung über Singles in den Medien

Einen für mich ganz typischer Fall von subtiler Negativ-Berichterstattung über Singles habe ich gerade bei focus online gefunden. Online-Autorin Christiane Fux berichtet:

Singles sterben früher

Einsamkeit geht ans Herz: Singles haben ein doppelt so hohes Risiko, an Durchblutungsstörungen des Herzens zu sterben wie Gleichaltrige mit festem Partner. Das fanden Kirsten Nielsen vom Universitätsklinikum Århus und ihre Kollegen heraus, als sie die Daten von 138 000 Männer und Frauen auswerteten. Sie alle waren zu Beginn der Studie zwischen 30 und 69 Jahre alt.

Innerhalb von zwei Jahren erlitten 646 Studienteilnehmer ein so genanntes akutes Koronarsyndrom. Dabei handelt es sich um lebensbedrohliche Durchblutungsstörungen des Herzens, wie sie bei einem Herzinfarkt, einer Angina pectoris (Herzenge) oder dem plötzlichen Herztod auftreten. Im Rahmen der Studie traf dies besonders häufig ältere, allein stehende Menschen. Ein Drittel der in der Studie beobachteten Patienten, die innerhalb von 30 Tagen an den Folgen der mangelnden Herzdurchblutung starben, waren Single-Frauen über 60. Diese stellen aber nur 5,4 Prozent der dänischen Bevölkerung. Noch eindeutiger sah es in der Gruppe der über 50-jährigen Männer aus: Zwei Drittel der akuten Koronarsyndrome trafen Studienteilnehmer aus dieser Gruppe, die aber nur 7,7 Prozent der Bevölkerung ausmacht. Die Forscher vermuten, dass Singles stärker zu einem ungesunden Lebenswandel neigen: Sie rauchen häufiger, ernähren sich schlechter und trinken mehr Alkohol, schreibt Studienleiterin Kirsten Nielsen. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher im Journal of Epidemiology and Community Health.”

Gut, die Ergebnisse der Studie werden natürlich stimmen, das zweifele ich auch gar nicht an. Aber: Die Ergebnisse werden in keine Relation gestellt, Faktoren wie Jobsituation, Bildungsniveau, Einkommen werden nicht berücksichtigt oder erwähnt. Entsprechend bleibt natürlich völlig offen, was zu diesen Ergebnissen geführt hat. Das ist das eine.

Das andere ist: Überschrift und der Einleitungssatz - und das sind halt nun mal die Hingucker und das, was beim Online-Lesen dann auch letztlich so hängenbleibt, auch wenn es ein Wortspiel sein soll: Einsamkeit geht ans Herz -> Singles sind einsam und müssen daher früher sterben. Ungeachtet der Ursachen wird eine emotionale Begründung vorgelegt. Peng. Dass Gefühle und zum Beispiel Ernährung erstmal zwei ganz verschiedene Schuhe sind, spielt keine Rolle.

Es sind genau solche Feinheiten, die das Bild der Singles in unserer Gesellschaft prägen: Singles werden ganz automatisch mit Begriffen aus dem Bereich des Emotionalen belegt.

Februar 1, 2008

Bin ich als Single nur ein halbes Individuum? Oder: Hilfe, Party!

…..da bin ich. Mitte 30, alleinstehend und das auch noch seit geraumer Zeit. Und trotzdem: ich fühle mich vollständig und lebe gerne alleine.

Was mich aber ärgert: Gerade als Frau im mittleren Alter erlebe ich immer wieder ganz subtile, unterschwellige Reaktionen in meinem Umfeld, die mir zeigen, dass man die Art, wie ich lebe, komisch findet und meine Lebensform für eine eher notgedrungene Ausnahme hält: “Die kriegt halt einfach keinen Kerl ab”. Darüber gesprochen wird aber nicht und wenn es dann aber um die Party geht, werde ich halt nicht eingeladen, weil ja eh nur Paare mit ihren Kindern kommen oder ich gehe halt nicht hin, weil ja eh nur Paare mit ihren Kindern kommen. Denn auch ich bin es dann manchmal Leid, als halbes Individuum mit einer tickenden biologischen Uhr gesehen zu werden.

Beobachtet man die Medien, wird einem auch hier in der Regel das Bild vermittelt: Nur Menschen in Partnerschaften sind vollständige Mitglieder unserer Gesellschaft. Ganz ungeachtet davon, dass es immer mehr alleinstehende Menschen gibt und vor allem: Dass es ganz viele verschiedene Motive gibt, warum Menschen alleine leben. Ich zum Beispiel habe zwar wirklich keinen Kerl abbekommen, aber andererseits lebe ich auch sehr gerne alleine und genieße die Vorteile meiner Lebensform mehr als dass mich die Nachteile in Selbstzweifel stürzen.

Ich habe daher ganz bewusst den Namen “alleinstehend” für dieses Blog gewählt: Ob als halbe Parnterschaft oder als Alleinlebender: Wichtig ist, dass man mit beiden Füssen fest auf der Erde steht. Und zwar ganz alleine. Die einen schaffen das nur mit, andere aber eben auch ohne Partner.

In den kommenden Wochen möchte ich das Thema unter möglichst verschiedenen Aspekten beobachten, untersuchen, beschreiben. Ich bin gespannt, was dabei herauskommt!

Februar 1, 2008

Singlehaushalte untersucht nach Alter und Geschlecht

Diese Statistik der Bundeszentrale für politische Bildung ist recht interessant: Hier werden die deutschen Singlehaushalte nach Alter und Geschlecht untersucht.

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Das bedeutet: Fast jeder vierte Mann im Alter zwischen 20 und 40 Jahren wohnt allein. Unter den Frauen ist es zwischen 20 und 29 Jahren noch jede fünfte, zwischen 30 und 39 Jahren lediglich jede zehnte, die einen eigenständigen Haushalt führt. Frauen leben häufiger und früher als Männer entweder in einer Partnerschaft oder Lebensgemeinschaft in einem gemeinsamen Haushalt.

Erst mit zunehmendem Alter kehren sich die Verhältnisse zwischen den Geschlechtern und ihren Wohnformen um. In der Altersgruppe der 50- bis 60-Jährigen leben Männer und Frauen noch zu ähnlichen und geringen Anteilen von rund 15 Prozent allein in einem Haushalt.
Der Anteil von allein wohnenden Frauen steigt nicht zuletzt aufgrund der höheren Lebenserwartung ab dem sechzigsten Lebensjahr rapide an. Unter Frauen ab 70 Jahren und älter lebt sogar über die Hälfte allein, während dies nur auf jeden fünften Mann in dieser Altersgruppe zutrifft.